07 Sex - A Post With No Game
Posted by Stolperstein on Tuesday, March 13. 2012 in #52games
Sex, das siebte Thema von #52games.
Ooookay. Sex. Klar, es gibt Sex Games, Leisure Suite Larry, Samantha Fox Strip Poker, Dead or Alive und viele andere Titel, aber irgendwie... Nee, zu diesem Thema will mir auch kein konkretes Spiel einfallen.
Warum nicht? Die Auswahl an Spielen, die mir spontan in den Sinn gekommen ist, steht exemplarisch für das Problem von Sex in Computerspielen. Sex ist nie integraler Bestandteil des eigentlichen Spielprinzips. Es ist eine schlichte austauschbare Kulisse für Langeweile-Mini-Games (Sex Games, Samantha Fox Strip Poker) oder reines Marketing (DoA). Im Fall von Leisure Suite Larry ist Sex zwar schön in das Spiel integriert und wirkt auch nicht aufgesetzt - was an sich schon aller Ehren wert ist! -, aber im Endeffekt ist es auch nur (wenn auch lasziv-stimmiges) Beiwerk. Klar, Sex ist quasi das Spielziel, aber das Spiel würde auch ohne seine (zensierte) Darstellung funktionieren. Kurz gesagt: Ich kenne schlicht kein Spiel, dessen spielerischer Kern Sex enthält. Und eine Diskussion über Marketing-Brüste zu führen, kommt mir auch recht sinnlos vor.
Realitätsabgleich. Warum sollte man Sex überhaupt in Spiele einbauen - abgesehen von "sex sells"-Marketing? Da fallen mir nur zwei Gründe ein: Erstens die Darstellung von Sex im Rahmen einer Geschichte. Das ist legitim, solange es in der einen oder andere Weise für die erzählte Geschichte sinnvoll ist. Leisure Suite Larry und auch The Witcher sind dafür Beispiele. Oder auch Silent Hill. Aber ganz ehrlich, wirklich notwendig ist das nur selten und für die Qualität des Spieles meistens völlig irrelevant. Insofern ein nettes Addon, dessen Effekt sich aber auch durch einen beigelegten Porno erzielen ließe. Bliebe da noch zweitens das Durchführen einer sexuellen Handlung durch den Spieler. (Hat noch jemand ausser mir damals auf dem C64 Sex Games gespielt?) Das Problem in dieser Implementierungsform ist natürlich deren völlige Sinnlosigkeit, solange deren Umsetzung nur ein x-beliebiges Geschicklichkeits- Ausdauer- oder Whatever-Spiel ist. Hey, wenn dann bitte richtig: Fleshlight/Dildo in den USB-Port, Force Feedback auf dreifach wahnsinnige und ab gehts! Aber MMOSPGs (Massively Multiplayer Online Sex Playing Games) in einer spaßmachenden Form sind aber derzeit noch auf dem Markt.... oder? (Frage nur für einen Freund!)
Irrealitätsabgleich. Oder andersherum: Was spielen wir denn eigentlich? Wir ballern, wir schieben Armeen umher, wir prügeln, wir zaubern. Wir machen alles, was wir in Realität nicht machen können, wollen oder sollen (von Tetris und Frogger mal abgesehen). Klar, es soll Menschen geben, die sogar die langweiligsten Alltäglichkeiten im Spiel lieber durchführen als in der Realität (The Sims), aber - ganz unter uns - das sind doch eh alles Fälle für den Psychiater. Speziell wenn sie es mit Sex auch so handhaben würden. Also: Keine Chance dem Sex... in Games!
05 Prüfung - A Post With No Game
Posted by Stolperstein on Saturday, March 3. 2012 in #52games
Prüfung, das fünfte Thema von #52games.
Jedes Spiel ist eine Prüfung.
Soviel zu dem Thema.
Sonst noch was?
Ja!
Denn auch wenn mir zu diesem Thema kein spezielles Spiel mehrfach und mit Anlauf mit dem Holzhammer auf den großen Zeh geschlagen hat, so hat sich doch leise und heimlich eine Frage eingeschlichen, die strenggenommen eher auf ein "Herausforderung" als auf "Prüfung" referenziert: Warum spielen Spieler eigentlich und warum zum Teufel macht das Internet die Rollenspiele kaputt?
Ja, es stimmt, das ist eine merkartige Frage. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen darüber lamentieren, wie das Internet zunehmend meine Lieblingsspieleweise sabotiert (letzter Teil der Frage), aber da ich dafür wohl ein bisschen ausholen muss, hat sich der erste Teil der Frage unauffällig dazugesellt, ohne daß ich es verhindern konnte. Das Ganze kommt natürlich wie immer wirr, kurz und oberflächlich daher. Verfluchter Zeitdruck! Ich könnte es ein schnelles Brainstorming nennen, wenn ich eure Erwartungen damit nicht viel zu hoch schrauben würde.
Spiele werden ja meist in bestimmte Klassen eingeteilt: Ego-Shooter, Strategiespiele, Rollenspiele, Musikspiele, etc., wobei jeder Spieletyp den Spieler in der Regel in einer ähnlichen Art und Weise fordert. Mit welcher Intention der einzelne Spieler dann konkret spielt, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Im Folgenden beschreibe ich einfach die wesentlichen Spielerkategorien, die in meiner kleinen Welt so existieren:
Die Zeit-Tot-Schläger: Diese Spieler wollen sich mit Spielen hauptsächlich unterhalten. Unabhängig vom Genre spielen sie ohne große Ambitionen vor sich hin und sind daher an dieser Stelle völlig uninteressant, weil sie Spiele nicht unbedingt explizit als Herausforderung oder Prüfung verstehen.
Die Ich-mach-dich-kaputts: Die Imdks sind quasi die Killer des Bartle-Systems. Sie treten in ihren Spielen gegen andere Spieler an und wollen gewinnen. Diese Spieler haben gegenüber allen anderen einen unschlagbaren Vorteil: Solange es noch andere Spieler gibt, gibt es noch Herausforderung. Es gibt kein "durchgespielt", kein "ich-komm-nicht-weiter", kein "das-ist-zu-schwer", kein "das-ist-zu-leicht" und kein "ach-schon-wieder-diese-dumme-KI" und kein "ach-menno-schon-wieder-genau-dasselbe-laaangweilig". Die Imdks haben es gut.
Die wahnsinnigen Perfektionisten: Die WPs sind so etwas ähnliches wie die Imdks, aber ihrer Gegner sind aber nicht notwendigerweise andere Spieler, sondern auch das Spiel oder gar sie selbst. Wer den Film "The King of Kong" gesehen hat, weiß was ich meine. Es geht darum, den Highscore immer und immer höher zu schrauben. Etwas nicht nur irgendwie zu schaffen, sonders es perfekt zu schaffen. Oder möglichst alle Trophäen zu sammeln. Oder möglichst schnell zu sein. Zu dieser Kategorie würde ich auch Leute zählen, die Mega Man spielen ohne es nach 10 Minuten frustriert in die Ecke zu werfen. Das ist glaube ich der Spielertyp, der mir am wenigsten zueigen ist. Ich fasse ein einmal durchgespieltes (Singleplayer-)Spiel nur selten noch mal an. Und wenn, dann eher um es nochmal zu genießen, nicht um besser zu sein als vorher.
Die... äh... So-wie-ich-spiele-Spieler: Mein Lieblingsgenre sind Rollenspiele, egal ob Singleplayer oder MMO. Und wenn es euch auch so geht, dann wisst ihr: Wir sind arm dran. Das hat verschiedene Gründe - abgesehen davon, daß das letzte wirklich großartige Rollenspiel Planescape Torment war ... 1999! Zum einen natürlich, daß man ein RPG (aber auch z.B. Rätselspiele etc.) eigentlich nur genau einmal mit maximalen Spielspaß durchspielen kann. Aber das ist systembedingt und lässt sich nicht wirklich ändern und ist auch gar nicht das Problem.
Rollenspiele an PC (oder Konsole) sind ja im Prinzip Geschichtenerzählungen, auf die die Aktionen der Spieler (in der Regel trotz aller Marketinglügen nur sehr minimalen) Einfluß haben und die den Spieler vor Herausforderungen stellen. Prüfungen! Quests. Quests mit Rätseln. Quests mit Kämpfen. Allen Quests gemeinsam ist, daß sie vorberechnet sind. Geskriptet. Es passiert in der Regel immer dasselbe, ob beim ersten Durchspielen oder beim zehnten. Konsequenterweise kommt meist schon am Release-Tag eines RPGs das ultimative Böse ans Tageslicht gekrochen: Der Walkthrough. Schritt für Schritt wird einem der gesamte Spielspaß abgenommen. Da könnte man auch gleich einen Ikea-Schrank nach Anleitung zusammenbauen und hätte mehr Herausforderung und mehr Spaß. Bei Singeplayerspielen kann man natürlich versuchen, diesem Quell allen Übels aus dem Wege zu gehen. Aber dafür braucht es einen starken Charakter. Wenn es mal irgendwo nicht weiter geht, wächst die Verlockung mit jeder Minute. Wenn man eine wichtige Entscheidung fällen muss (Heirate ich den Drachen oder töte ich die Prinzessin?), was reizt da mehr, als schnell mal online zu schauen, was das für Auswirkungen hätte? Es ist sooooo verlockend. Und deshalb hasse ich das Internet! Das Internet ist böse! Es ist ganz allein seine Schuld, wenn ich mal schwach werde. Ich versuche es wirklich zu vermeiden, aber ich schaue doch viel öfter "schnell mal online nach" als eigentlich notwendig wäre. Goodbye Spielspaß. Mit Ansage. Geht euch das auch so? Ich erinner mich manchmal wehmütig an die alten Zeiten, als man noch wirklich am Arsch war, wenn man eine Herausforderung nicht lösen konnte. Natürlich war es frustrierend, wenn man wochenlang(!) an der selben Stelle festhing. Aber wie großartig war es dann, wenn man es doch noch irgendwie geschafft hat! Dann war es jeden der tausend Flüche und in die Ecke geschmissenen Joysticks wert gewesen. Und trotzdem würde ich heute wohl meist den einfachen Weg gehen. Verdammtes Internet!
So und nun zum.. ehm.. worum ging es eigentlich überhaupt noch?
04 Minimalismus - Progress Quest
Posted by Stolperstein on Friday, February 24. 2012 in #52games
Minimalismus, das vierte Thema von #52games.
Progress Quest ist ein kostenloses MMORPG. Nein, halt, falsch, es ist DAS MMORPG. Nein, es ist vielmehr DAS MMORPG. Wenn nicht sogar DAS MMORPG!
- Es ist in spektakulärer 3D-Graphik gehalten.
- Es hat eine viel schönere, umfangreichere und abwechslungsreichere Storyline als Herr der Ringe, Harry Potter und Das Lied von Eis und Feuer zusammen. Und das bei maximalem Replay Value - immer wieder neu!
- Es hat die tollsten Klassen und Rassen! Talking Pony anyone? Enchanted Motorcycle? Voodoo Princess? Hell yeah!
- Es bietet wohl mehr Items als jedes andere Spiel. Achievers Paradise this is!
- Das Spielerlebnis basiert viel mehr auf dem Player-Skill als bei allen anderen MMORPGs. Man kommt auch ohne Roxxor-Rüstung weiter, ohne Godmode-Waffe und ohne Raid-Stammgruppe. Und dennoch kann man es auf Arbeit bequem nebenbei spielen.
- Der Einstieg ist für jedermann/-frau zu meistern. Wenn man sich etwas Mühe gibt und ob der steilen Lernkurve nicht sofort wieder aufgibt.
- Man ist völlig frei in dem, was man tut. Man kann grinden, die Welt erkunden, PvP betreiben, Einkaufen gehen. Was das Herz begehrt!
- Es bietet die Möglichkeit des Offline-Spielens an, falls man mal keine Lust mehr hat auf nervige Mit- bzw. Gegenspieler.
- Es regt die Phantasie viel mehr an als die anderen Spiele, die nur vorgekauten Content detailliert in epischer Breite platttreten.
- Es gibt keine Walkthroughs, die man einfach nur nachspielen muss. Hier ist man auf sich alleine gestellt, es gibt noch echte Herausforderung!
- Es hat die perfekte GUI: Nicht überladen, aber es ist alles da was man braucht und wo man es erwartet.
- Kurz gefasst: Endzeitiger als Fallout, epischer als Skyrim, more hardcore than Dark Souls, finaler als Final Fantasy, linkischer als Zelda und sowieso viel mehr WOW! als WoW. Nur der Soundtrack ist ledier etwas zu sehr 0bit-style geraten.
Und wenn ihr mir jetzt sagt: "Ey, Rübennase, das Thema ist MINIMALISMUS und nicht MEGAKOMPLEXITÄTSGIGANTOTOLLISMUS!", dann sag ich nur: "Ja, Mist verdammt, stimmt, das hab ich völlig vergessen. Aber kündigt trotzdem euren WoW-Account und schauts euch doch einfach mal an!"
03 Natur - Flowers
Posted by Stolperstein on Sunday, February 19. 2012 in #52games
0 Comments More...02 Kälte - Winter Games
Posted by Stolperstein on Wednesday, February 8. 2012 in #52games
Kälte, das zweite Thema von #52games. Ich weiß, es ist wenig kreativ, aber lets do the time warp! Vor langer Zeit in einem fernen Land, als man noch mit C64 unterwegs war und die meisten PCs noch mit vierfarbiger CGA-Graphik liefen und in den Computermagazinen die Seiten mit den Berichten über den Amiga und Atari ST schon ganz wellig waren vom Sabber und Apple noch wirklich coole Computer baute. Genau dieses 'damals' meine ich.
Damals, als viele von euch noch das Glitzern der LSD-Kristalle in den Cocktails wart, mit denen eure Väter eure Mütter ins Bett bekommen wollten, da war die Kategorie der Winter Games, Summer Games, World Games, Western Games (sowie diverser Ableger *hust*) ganz oben auf den Hitlisten der Gamer. Der Aufbau war eigentlich immer derselbe: Eine Handvoll Minigames, bei denen man seinen Joystick entweder rhythmisch oder möglichst schnell von rechts nach links bewegen musste oder sonstwie Timing und Koordination unter Beweis stellen musste.
Aus heutiger Sicht war das natürlich alles sehr primitiv, aber da man damals anstelle einer Anleitung meist eher ein cooles Cracktro hatte und man mangels Internet nicht einfach einen Walkthrough googlen konnte, war das gar nicht so einfach! Das führte dann im Ergebnis dazu, daß ich in anspruchslosen Joystickrechtslinksbewegungsspielen wie Biathlon und Speed Skating recht gut war. (Die Hochgeschwindigkeitsjoystickrechtslinksschütteleivariante gab es in Winter Games zum Glück nicht, also kann ich mir ersparen zu beschreiben, wie unglaublich peinlich wir dabei immer ausgesehen haben. Aber damals konnte man das zum Glück noch ungestraft machen, heute würde das wohl sofort auf Youtube landen. Dafür gab es damals ausgiebige Diskussionen über die Wahl des besten Joysticks (Competition Pro FTW!) und philosophische Abhandlungen über das Für und Wider von Mikroschaltern.) Die Spielevarianten, in denen es eher aufs Timing ankam oder man schnell reagieren musste und aus dem Spielverlauf heraus sichtbar war, wann was zu erfolgen hatte, waren auch ok. Skifliegen, Bobfahren, alles bestens.
Aber wehe es wurde kreativ. Eiskunstlaufen Pflicht, Eiskunstlaufen Kür, Ski-Artistik, das war der blanke Horror. Egal was ich versucht habe, ein Sprung hat mal geklappt, mal nicht, aber früher oder später hats einen immer auf die Fresse gehauen. Mit etwas Glück hat mal irgendwer herausgefunden, was man machen muss und mit etwas Pech hat die dumme Sau das dann für sich behalten und einen bei den Disziplinen dann immer und immer wieder abgezockt.
Hach ja... Das waren noch Zeiten!
01 Neubeginn - Dark Age of Camelot
Posted by Stolperstein on Sunday, February 5. 2012 in #52games
Neuanfang ist ein ganz hervorragendes Thema zum Start von #52games. Es gibt mir nämlich Gelegenheit, gleich mit meinem wohl meistgespielten, -geliebtesten und -gehassten Spiel zu beginnen, aber gleichzeitig nicht so viel verraten zu müssen, als daß ich es dann für die nächsten 51 Themen außen vor lassen müsste.
Auf Dark Age of Camelot hat mich damals™ ein Studienkollege aufmerksam gemacht. Es war eines der ersten MMORPGs der zweiten Generation (nach Ultima Online, Everquest und Asherons Call) und grade in der Beta-Phase. Wie es dort zu Beginn so aussah, kann man sich bei Olnigg noch mal ansehen. Für heutige Verhältnisse vermutlich eher mitleiderregend, aber zu seiner Zeit wars schlicht der geile Scheiß. Und genau das, was ein rollenspielaffiner Student mit viel freier Zeit und einer 10mbit-Wohnheim-Leitung brauchte. 3D! Bunt! Chaos! Mitspieler! PvP! Riesige Welten! Mythologie! Rollenspiel! Hell yeah!
In den folgenden Jahren habe ich es sicher auf mehr als 150 Tage Spielzeit gebracht. 150 * 24 Echtzeitstunden ingame. Got the clue? Die ersten 2 Jahre waren sehr intensiv: Es war großartig. Spaß ohne Ende. Anfangs völlig planlos wie alle anderen (seither bin ich übrigens der Ansicht, daß Planlosigkeit und Spaß in einem direkt proportionalem Verhältnis stehen), später erfahrener, viel PvP gemacht, viel erkundet in den Welten, zwischenzeitlich als freiwilliger Helfer (GM) für Events auf den Servern zuständig, tolle Mitspieler, tolle Gegner. Freunde gefunden. Feinde gefunden. Geschichten erlebt, die einem niemand sonst glauben würde. Geschichten erlebt, die man selbst nicht glaubt. Alles ganz wunderfein!
Bis sich irgendwann, ganz heimlich und schleichend, alles verändert hat. Die Mitspieler wurden professioneller. Die Reichs- und Erfahrungspunkte standen im Mittelpunkt und nicht mehr der Spielspaß. Immer weniger Leute, mit denen mal "inchar" reden konnte. Viele alten Weggefährten verließen das Spiel. Schlechte Patch-Politik des Herstellers. Das volle Programm.
Und jetzt erst kommt das Stichwort "Neubeginn" ins Spiel (ins Spiel.. Haha!). Eine Veränderung musste her, weil es so einfach keinen Spaß mehr machte. Erst ein neuer Char. Dann ein Neustart mit der gesamten Gilde auf einem anderen Server. Dann ein Neustart alleine auf einem anderen Server. Dann wieder zurück auf den alten Server, aber mit neuen Vorsätzen. Das hat natürlich alles nicht funktioniert. Die guten alten Zeiten kamen nicht wieder. Zumindest nicht auf Dauer. Als alles nicht geholfen hat, wurde der Account verkauft.
Ich hatte zwar das Glück, relativ problemlos mit dem Spiel aufhören zu können - im Gegensatz zu einigen anderen langjährigen Mitspielern, die wirklich suchtähnliche Symptome entwickelt haben und deren RL z.T. sehr zu leiden hatte, aber ich schaute doch immer mal wieder rein, in der Hoffnung vielleicht doch mal wieder mit so viel Spaß spielen zu können wie am Anfang. Mal mit alten Weggefährten einen Neuanfang probiert. Mal nach größeren Erweiterungen die neuen Welten erkundet. Aber es hat natürlich nicht funktioniert.
Dark Age of Camelot war also irgendwann abgehakt. Da ging nichts mehr. Umso mehr Hoffnung lag dann in anderen MMORPG-Neuerscheinungen. Mal mit mehr, mal mit weniger Zuversicht warf ich einen Blick in so ziemlich jedes Spiel, das neu auf den Markt kam - immer in der stillen Hoffnung, den verlorenen Spielspaß irgendwo wiederfinden zu können. Horizons. Age of Conan. World of Warcraft. Warhammer Online. Aber es gab keinen echten Neuanfang mehr. Nichts. Irgendwas war immer. Mal war das Spiel an sich nich gut (Horizons), mal die Spieler völlig verstrahlt - und nicht auf die gute Weise - (WoW-RPG-Server) und mal beides zusammen, um dem mit Abstand schönsten Setting von allen mit Anlauf in die Fresse zu treten (Warhammer).
Und was bleibt am Ende übrig? Es wird wohl nie wieder einen Neubeginn geben. Nimmermehr.
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